Mit rund 600 Besucherinnen und Besuchern auf der Schwägalp und weiteren 350 auf dem Col de Mosses war die Suisse Municipal auch in diesem Jahr ein Erfolg. Ein Format, das ankommt. Geräte selbst testen, Geländetauglichkeit, Leistung, Bedienung, Komfort, Sichtverhältnisse und Geräuschentwicklung im realen Einsatz erleben, persönliche Gespräche führen. Das bewährt sich bei Investitionen in dieser Grössenordnung. 15 Aussteller und diverse Mitaussteller präsentierten 41 Maschinen in unterschiedlichen Leistungsklassen, einige davon auch handgeführt andere mit Elektroantrieben. Eine grosse Vielfalt für unterschiedliche Bedürfnisse. Als Präsident der Suisse Municipal zeigt sich Peter Barmettler entsprechend rundum zufrieden und zugleich erleichtert, zumal die organisatorischen Herausforderungen nicht zu unterschätzen sind. «Viele Aussteller melden sich relativ spät an. Lange war unklar, ob genügend Anmeldungen zusammenkommen, um den Anlass durchzuführen. Wir hatten eine Mindestanzahl definiert. Sobald diese Schwelle überschritten und die Durchführung gesichert war, nahm das Interesse rasch zu und die Anmeldungen trafen schubweise ein. Das zeigt uns, dass wir hier nachjustieren müssen, zum Beispiel mit Frühbucherkonditionen, um für alle Beteiligten mehr Planungssicherheit zu schaffen.»
Wetter als Herausforderung
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist jeweils das Wetter, insbesondere die Schneelage. Würde es stark schneien, wären viele Interessierte aus den Gemeinden mit Schneeräumarbeiten beschäftigt und könnten nicht teilnehmen. Das war zum Glück nicht der Fall, obwohl es am Vortag etwas Neuschnee gab. Umgekehrt stellt sich auch die Frage, ob überhaupt genügend Schnee liegt. «Dafür hatten wir Plan B: Bei Bedarf hätten Lastwagen Schnee auf das Gelände gebracht. Wäre auch das nicht möglich gewesen, hätten wir den Anlass als ‹Sommershow› durchgeführt, um die Geräte trotzdem präsentieren zu können», betont Peter Barmettler. In diesem Jahr spielten Wetter und Schnee aber einmal mehr mit, sodass am Messeformat derzeit nicht gerüttelt wird, zumal auch das Feedback zum Anlass durchwegs positiv ausfiel.
Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert und das OK sieht die Veranstaltung als sinnvolle Ergänzung zur Suisse Public. «Diese soll keinesfalls ersetzt werden, vielmehr ergänzen sich die beiden Formate: Während an der Suisse Public häufig die Entscheidungsträger anzutreffen sind, richtet sich dieser Anlass stärker an jene, die täglich mit den Maschinen arbeiten. Genau diese Kombination schliesst eine wichtige Lücke, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelt», ist Peter Barmettler überzeugt.
Zukunftsaussichten sind gut
Auch die Durchführung der Messe an zwei Standorten hat sich bewährt. Dazu Peter Barmettler: «Der Austausch unter Fachpersonen aus verschiedenen Regionen bringt neue Perspektiven, gerade im Bereich Winterdienst, und liefert wertvolle Impulse für die Praxis.» Das zeigt sich auch daran, dass das Interesse über die Schweizer Grenze hinausgeht. «Wir hatten Aussteller aus Deutschland, Italien, Norwegen und Österreich vor Ort.»
Mit Blick in die Zukunft ist der Kurs damit klar: Die Suisse Municipal soll weitergeführt werden und im Jahresrhythmus stattfinden. Bereits jetzt haben weitere Hersteller und Importeure Interesse signalisiert, die in diesem Jahr aus Budgetgründen noch nicht teilnehmen konnten. Das Potenzial des Anlasses wird von den Organisatoren und Ausstellern also klar erkannt.
Peter Barmettler ist Präsident der Suisse Municipal und gleichzeitig als Vertreter von Schiltrac vor Ort. (Foto: zVg.)
Iseki: Vielseitige Lösungen für den kommunalen Alltag
Iseki war mit Kommunal- und Kompakttraktoren vor Ort und präsentierte drei Modelle, die dank langjähriger Entwicklungsarbeit leistungsstark und zuverlässig funktionieren und mit verschiedenen Anbaugeräten sowohl Winter- als auch Sommereinsätze abdecken. Unterhaltplus hat bei Branch Leader Ralph Hollenweger nachgefragt.
Wie fällt dein Fazit aus?
Wir sind sehr zufrieden. Das Wetter spielte mit, und es ergaben sich zahlreiche gute und qualifizierte Kontakte.
Mit Kaufinteresse?
Es gab tatsächlich sehr konkrete Gespräche über mögliche Neuanschaffungen. Zudem haben wir rundum positives Feedback erhalten: Unsere Maschinen haben überzeugt – sowohl bei der Vorführung als auch bei den Testfahrten.
Aus welchen Branchen stammten die Besucher hauptsächlich?
Viele aus Gemeinden, Werkhöfen, aber zum Beispiel auch von kleineren Unternehmen. Ein Beispiel war ein Vater mit seinem Sohn aus der Region, die gemeinsam eine Hauswartung betreiben. Seit Jahrzehnten arbeiten sie mit Maschinen von Iseki, haben diese vor Ort erneut getestet, und für sie war klar: Wenn sie investieren, dann wieder in Iseki, was uns natürlich sehr freut.
Larag: Der elektrifizierte Unimog im kommunalen Praxiseinsatz
Larag ist ein schweizweit agierender Spezialist für Nutzfahrzeuge und Kommunalgeräte und bietet als Komplettdienstleister Verkauf, Service, Reparaturen, Fahrzeugbau und kundenspezifische Lösungen rund um Nutzfahrzeuge an. Vor Ort war René Rusch, Verkaufsberater Fuso, Unimog, Trucks und Kommunalgeräte für die Ostschweiz.
Sind Sie zufrieden?
Ja, sehr. Viele Besucherinnen und Besucher waren vor Ort, vor allem aus unserem Einzugsgebiet in der Ostschweiz. Die Interessierten stammten aus Gemeinden und Kommunen, von Strassenkreisen, Tiefbauämtern und Nationalstrassen.
Was stand im Fokus: Eure Geräte oder allgemeine Orientierung?
Die meisten haben eine konkrete Vorstellung davon, was sie brauchen und suchen. Geräte wie der Unimog oder auch unsere Anbaugeräte und Streuer sind bekannt, entsprechend gross ist das Interesse an Neuigkeiten und Weiterentwicklungen.
Euer Highlight dieses Jahr?
Ganz klar der durch die Larag elektrifizierte Unimog – Sprich der Larel-Kommunalgeräteträger. Der Larel zog grosse Aufmerksamkeit auf sich. Besucher reisten teils von weither an, und sogar Vertreter aus dem Werk kamen vorbei, um sich das Modell vor Ort anzusehen und auszuprobieren.
Wie gefragt sind elektrifizierte Fahrzeuge im Kommunalbereich?
Die Nachfrage ist grundsätzlich da. Entscheidend ist jedoch die konkrete Anwendung. Muss ein Kunde beispielsweise den ganzen Tag Böschungen mähen und verbraucht dabei bisher bis zu 200 Liter Diesel, bietet der Larel-Kommunalgeräteträger viel Einsparpotenzial bei den CO2-Emissionen. Gerade hier zeigen viele Kommunen – teilweise aufgrund von Vorgaben von Bund, Kantonen oder dem Astra – grosses Interesse.
Bleibt dieses Messeformat wichtig für euch?
Das hängt davon ab, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, um uns zu präsentieren. Für unsere Region und unser Einzugsgebiet ist dieser Anlass aber sicher sehr interessant. Er bietet eine gute Plattform für den direkten Austausch mit den Kunden.
Hako: Bei der Beschaffung entscheidet die Praxis
Hako bietet professionelle Geräte für die Kommunal-, Reinigungs- und Wasserstrahltechnik. Auf der Schwägalp standen die kompakten Citymaster sowie ein Multicar im Fokus: Kompakte und leistungsstarke Allrounder für vielfältige Einsätze. Felix Zeyrek, Leiter Vertrieb / Key Account Management über die Suisse Municipal.
Wie wars?
Wir sind sehr zufrieden. Es waren viele Leute vor Ort, und unsere Maschinen kamen gut an.
Wer hat besonders Interesse signalisiert?
Der Fokus liegt klar auf Städten, Gemeinden und Kommunen. Dabei gibt es sowohl Interessierte mit bereits sehr konkreten Projekten als auch solche, die sich erst orientieren und einen Überblick gewinnen möchten.
Worin liegt der Mehrwert dieser Messe?
Viele wissen zunächst gar nicht, welche Lösungen es überhaupt gibt. Hier können sie sich ein Bild vom Markt machen, vergleichen und eine Richtung wählen. Die Vielfalt ist auf einen Blick sichtbar.
Hat dieses Messeformat Zukunftspotenzial?
Absolut. Es ist sehr eindrücklich, die Maschinen in Bewegung zu sehen. Man kann einsteigen, selbst fahren und den Winterdienst real erleben.
Warum ist das gerade in dieser Branche entscheidend?
Beschaffungen lassen sich nicht allein auf Basis von Hörensagen oder Prospekten entscheiden. Wenn sich im Alltag zeigt, dass eine Maschine nicht passt, ist das suboptimal, insbesondere unter anspruchsvollen Winterbedingungen.
Und zum Schluss?
Tolle Messe, tolle Leute, tolle Kunden und engagierte Hersteller. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Entwicklungen und Möglichkeiten es heute gibt.
monotrac-novaziun: Lange Einsatzdauer als Schlüsselfaktor im elektrischen Winterdienst
Marco Sangklin-Schneider war für Novaziun vor Ort, ein Betrieb, der elektrische Antriebslösungen für Fahrzeuge und Maschinen entwickelt und den Monotrac mit Schneepflug und Fräse präsentierte. Unterhaltplus hat nachgefragt:
Wie lief es für euch?
Wir hatten einen sehr guten Tag auf der Schwägalp. Die Bedingungen waren ideal mit etwas Neuschnee und idealem Wetter.
Was habt ihr präsentiert?
Wir konnten mit dem Monotrac aufzeigen, wie sich der Winterdienst elektrisch abbilden lässt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich mit derselben Maschine auch Sommereinsätze realisieren lassen. Investitionen sollen schliesslich ganzjährig genutzt werden und das konnten wir zeigen.
Wie wurden die Maschinen vor Ort getestet?
Sie waren praktisch pausenlos im Einsatz. Sie wurden bewegt, ausprobiert und wirklich gefahren. Genau das schätzen wir an dieser Messe: dass die Leute die Maschinen selbst erleben können.
Und die Rückmeldungen?
Viele sind überrascht von der Leistung der Maschinen, vor allem, nachdem sie selbst gefahren sind. Denn oft kommt ja die Sorge auf, ob man im Alltag genügend Leistung erbringen kann.
Wie zerstreut ihr diese Bedenken?
Wir waren seit dem Vortag am Mittag durchgehend am Fräsen und mussten zwischendurch nie laden. Das hat viele beeindruckt.
Wer zeigte sich besonders interessiert?
Vor allem Gemeinden, grössere Städte und Kantone. Daneben gibt es aber auch Interessierte aus dem Bereich Liegenschaftsunterhalt oder von Privaten.
Was hat begeistert?
Das man früh morgens nicht gleich das ganze Quartier weckt. Die geringe Lärmentwicklung erhöht auch die Sicherheit: Bei Arbeiten an Strassenböschungen kann man zum Beispiel das Herannahen eines LKW rechtzeitig hören.
Diese Aussteller waren vor Ort und präsentierten insgesamt 41 Geräte, darunter 3 mit Elektroantrieb: Altherr Nutzfahrzeuge, Dezlhofer, Fuss Spezialfahrzeugbau, Grebo, GVS Agrar, Hako, Iseki, Larag, Liebherr Baumaschinen, Max zu Eltz Maschinen, Mock Technik, Novaziun, Schiltrac Fahrzeugbau, Tecnopart, VF Venieri.